01.04.2021: Trotz geschlossener Türen Lernen und Begegnungen ermöglichen – Online-Angebote der vhs

Osnabrück. Durch die von Bund und Ländern angeordnete weitgehende Schließung von Volkshochschulen können diese bereits seit Monaten kaum Präsenzangebote durchführen. „Als Volkshochschule sind wir eine regionale Begegnungsstätte für Weiterbildung und Kultur. Wir ermöglichen es, dass die Kursteilnehmenden voneinander lernen und sich als Teil einer Gemeinschaft verstehen. Diesem Auftrag möchten wir auch in der Coronazeit nachkommen“, berichtet Jörg Temmeyer, Geschäftsführer der Volkshochschule Osnabrücker Land (vhs). Möglich ist das mit den Online-Angeboten, welche die vhs über alle Programmbereiche hinweg anbietet. „Wir versuchen, mit unseren vielfältigen digitalen Angeboten Lernen und persönliche Begegnungen, ein soziales Miteinander sowie einen intensiven Austausch zu ermöglichen. Denn das ist es, was uns bei allen Vorschriften zur sozialen Distanzierung fehlt“, meint Temmeyer.

In den letzten Monaten sind zahlreiche Online-Angebote an der vhs entstanden. Dabei ist vieles möglich: Kreativ sein im Angebot „Malen mit Kaffee“, sich gesellschaftspolitisch weiterbilden im Kurs „Gender Studies for Beginners“, eine neue Sprache lernen, „Gemeinsam singen“ oder sich im Online-Kurs „Zumba“ zu Hause ordentlich auspowern. Auch die berufliche Bildung bleibt nicht auf der Strecke, neben EDV Kursen wurde beispielsweise der Ausbildungslehrgang „Hauswirtschaft“ kurzerhand in das virtuelle Klassenzimmer verlegt. Angehende Tagesmütter und –väter können sich in einem in Präsenz geplanten Lehrgang nun online ausbilden lassen. Überdies finden Angebote aus den vhs Themenfeldern „Deutsch und Integration“ sowie „Grundbildung“ online statt. In einem Online-Sprachkurs vertiefen Geflüchtete ihre Deutschkenntnisse und bereits gestartete Integrationskurse werden online fortgesetzt. Auch das Angebot „Input“, das auf das Nachholen des Schulabschlusses vorbereitet, sowie die Lernwerkstatt, in der Erwachsene Lesen und Schreiben lernen, werden online angeboten.
In den Angeboten kommt die Lernplattform vhs.cloud zum Einsatz, die von den Volkshochschulen in ganz Deutschland genutzt wird. „Die vhs.cloud bietet eine sichere und zentral betriebene digitale Lern- und Arbeitsumgebung, in der das Konferenzsystem Edudip integriert ist“, erklärt Idrisia Hamza, Programmbereichsleiterin Berufliche Bildung, „Teilnehmende könne die vhs.cloud über den Webbrowser abrufen oder als App für Android oder iOS nutzen.“

Die Nachfrage nach Online-Kursen ist da. „Die Teilnehmenden haben Wissendurst, Lust etwas zu erleben, in der Gemeinschaft etwas zu erarbeiten und zu erschaffen“, berichtet die Künstlerin und Dozentin Franziska Jäger von ihren Erfahrungen. Da bieten sich Online-Workshops wie „Malen mit Kaffee“ oder „Zu Besuch im Louvre“ bestens an. „Die Teilnehmenden freuen sich darüber, dass etwas stattfindet, das sie erleben und von dem sie anderen erzählen können“, schildert Jäger die Rückmeldungen aus ihren Angeboten. „Nach zwei erfolgreichen virtuellen Führungen durch den Louvre, bieten wir im April und Mai einen digitalen Streifzug durch das Rijksmuseum in Amsterdam an“, wirbt Juliane Barišić, Programmbereichsleiterin Kunst, Kultur und Kreativität für ihr Angebot. Online auf vhs-osland.de finden Interessierte neben diesen Veranstaltungen alle weiteren Online-Kurse der verschiedenen Programmbereiche wie Gesundheit, Politik, Gesellschaft oder Berufliche Bildung. Es kommen ständig neue Angebote hinzu.

„Die Corona-Pandemie hat den Bestrebungen, unsere Angebote digitaler zu gestalten, einen zusätzlichen Schub versetzt“, merkt Geschäftsführer Jörg Temmeyer an, „dennoch vertreten wir als Volkshochschulen nach wie vor die Auffassung, dass man am besten gemeinsam lernt. Online Lernen kann Begegnung und Austausch niemals ganz ersetzen. Doch mit unseren digitalen Angeboten können wir das gemeinsame Lernen weiterhin erlebbar machen und überbrücken so die Zeit bis zum Start der Präsenzveranstaltungen.“

Zu allen technischen und inhaltlichen Fragen zu den Online-Kursen beraten die vhs Mitarbeitenden gerne. Der Kundenservice ist montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr erreichbar (Telefon 0541 501-7777, E-Mail: info@vhs-osland.de).

23.02.2021: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist

Bund verlängert Programm „Sprach-Kitas“ – auch im Landkreis und in der Stadt Osnabrück

Osnabrück/Melle/Belm/Ostercappeln. Wenn die Kinder des Kinderhauses Melle-Buer morgens in die Kita kommen, laufen sie direkt zum Aquarium im Eingangsbereich und schalten das Licht ein. Das Aquarium ist kein gewöhnliches Aquarium: Aufgeschlagen und schön präsentiert, liegt hier ein Kinderbuch. Jeden Tag wird eine Seite weitergeblättert und die Kinder können sich von ihrer Begleitperson die aktuelle Seite vorlesen lassen. Der Text ist nicht lang und daher nehmen sich die Eltern die Zeit, ihren Kindern vorzulesen. Das Kinderhaus Melle-Buer ist eine von 43 Sprach-Kitas im Landkreis und in der Stadt Osnabrück. Ziel des Leseaquariums ist, neben dem Vorlesevergnügen für die Kinder, Eltern an das Vorlesen heranzuführen.

Seit 2016 setzt sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit dem Programm Sprach-Kitas dafür ein, die sprachliche Bildung in Kitas zu verbessern. Denn Sprache ist der Schlüssel zur Welt: Durch sie treten wir in Kontakt und eignen uns neues Wissen an. Das wissen auch Stephanie Witt, Hanna Prinzler und Nina Trottnow, die bei der vhs Osnabrücker Land als Fachberaterinnen für Sprache im Rahmen des Bundesprogramms tätig sind. Sie qualifizieren die pädagogischen Fachkräfte in den Kindergärten und begleiten die Qualitätsentwicklung der Sprach-Kitas in Form von regelmäßig stattfindenden Workshops und Arbeitskreisen. Die von den Fachberaterinnen geschulten Erzieherinnen und Erzieher verstärken das Team einer Sprach-Kita als zusätzliche Fachkraft. In Zusammenarbeit mit der jeweiligen Kita-Leitung integrieren sie die drei Schwerpunkte „Zusammenarbeit mit den Familien“, „alltagsintegrierte sprachliche Bildung“ sowie „inklusive Pädagogik“ in den Kita-Alltag und teilen ihre Expertise im Bereich Sprachbildung mit ihren Kollegen und Kolleginnen. Nun hat der Bund das Programm um weitere zwei Jahre verlängert.

„Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Kinder auf vielfältige Weise von dem Programm profitieren. Es ist toll, die Arbeit mit den Kitas fortzusetzen und das Erreichte nachhaltig zu festigen und weiter auszubauen“, freut sich Hanna Prinzler. „Es macht Spaß, zu sehen, wie die einzelnen Sprach-Kitas die Schwerpunkte im Kita-Alltag umsetzen“, ergänzt Stephanie Witt, „in der Christus-Kita in Belm werden zum Beispiel gesprochene Worte, wie das Wort ‚essen‘, mit Gebärden untermalt. Hierbei geht es vor allem um die visuelle und auditive Verknüpfung von Worten. Außerdem können sich besonders Kinder, welche die deutsche Sprache noch nicht so gut verstehen, unter Einsatz der Gebärden verständlicher mitteilen.“ In der Kita St. Lambertus in Ostercappeln kommen sogenannte „Malgeschichten“ zum Einsatz. Dabei wird das Erzählen einer Geschichte mit dem Malen von Bildern begleitet.
„Viele Situationen im Kita-Alltag können Sprachlernmomente sein“, berichtet Nina Trottnow, „wenn mit Kindern gemeinsam Essen zubereitet wird, können die Lebensmittel benannt und über die einzelnen Zubereitungsschritte gesprochen werden. Dabei werden der Wortschatz sowie die Satzbildung und der Satzbau der Kinder gefördert.“

Im neuen Projektzeitraum wird ein weiterer Fokus auf den Einsatz und die Chancen digitaler Medien und die Integration medien-pädagogischer Fragestellungen gelegt. „Da kam die Digitalisierungs-Pauschale in Höhe von 900 Euro für jede Sprach-Kita Ende 2020 sehr gelegen“, sagt Juliane Macke, die als Sprachkoordinatorin für das Bundesprogramm Sprach-Kitas bei der vhs zuständig ist. „Es wurden vor allem Geräte wie Laptops und Tablets angeschafft, die einen guten Ausgangspunkt für die nachfolgende Arbeit darstellen. Einige Kindergärten nutzten die Pauschale auch, um die Kita-App einzuführen“, ergänzt Macke. Diese erweist sich besonders in der Coronazeit und den damit verbundenen Kita-Schließungen als wertvolles Werkzeug, um mit den Kindern und Eltern in Kontakt zu bleiben. Aber auch auf anderem Wege setzten die 43 Sprach-Kitas im Landkreis und in der Stadt Osnabrück kreative Wege um, um die Sprachbildung der Kinder zu fördern und in Kontakt zu bleiben: Materialtaschen wurden zusammengestellt, Videos mit vorgelesenen Geschichten aufgenommen, Briefe verfasst oder Buchausleihen an Kita-Fenstern eingerichtet.

Jetzt fand die Auftaktveranstaltung für die Projektverlängerung mit allen beteiligten Sprach-Kitas aus dem Landkreis und der Stadt Osnabrück statt, aufgrund der derzeitigen Lage in Form einer Online-Veranstaltung.

08.01.2021: Begegnungen zum gemeinsamen Lernen – vhs stellt neues Programm vor

Osnabrück.Black Lives Matter“, „Migrationsliteratur“ oder „Lebensmittel nachhaltig konservieren“ – diese Kurstitel sind nur drei Beispiele für neue Angebote, die zum Semesterprogramm der Volkshochschule Osnabrücker Land (vhs) gehören. „Bundesweit legen die Volkshochschulen im ersten Semester 2021 einen thematischen Schwerpunkt auf Weiterbildung für nachhaltige Entwicklung. Diesem haben wir uns gerne angeschlossen und zahlreiche passende Vorträge und Seminare im Programm“, berichtet vhs-Geschäftsführer Jörg Temmeyer.

Zusätzlich können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer neue, nicht alltägliche Fremdsprachen wie Amharisch oder Suaheli lernen. In Kochkursen erfahren sie mehr über Trends wie „Clean Eating“, „Sous vide“ oder „Street food indisch“. Auch ein Kurs zum „Bier brauen für den Hausgebrauch“ ist im Programm. Mit Breakdance und Hula Hoop oder den Tänzen Bachata, Salsa und Bata greifen Bewegungsangebote wieder entdeckte bzw. wenig verbreitete Themen auf.

In den vhs-Kursen treffen die Teilnehmenden Gleichgesinnte, die sich zum „Darknet“, beim „Pop Art Workshop“, zu „Meilensteinen der Filmmusik“ oder „Einfachen Reparaturen am Fahrrad“ austauschen möchten. „Die Erwachsenenbildung lebt von Begegnungen. Das ist praktizierter Alltag in den Volkshochschulen und keine neue Erkenntnis. Dass diese Begegnungen nicht immer persönlich stattfinden müssen, für das Miteinander aber eindeutig wertvoll sind, haben wir im letzten Jahr erfahren“, sagt vhs-Geschäftsführer Jörg Temmeyer und meint die Herausforderungen, die mit der Corona-Pandemie zusammenhängen. Für alle Veranstaltungen der vhs gelte ein umfangreiches Hygienekonzept, das fortlaufend an die aktuell geltenden Allgemeinverfügungen angepasst werde. „Je nach Größe des Raumes haben wir die Zahl der Teilnehmenden reduziert, achten auf Abstände, lüften regelmäßig und bitten darum, dass Menschen zuhause bleiben, die sich krank fühlen“, fasst Temmeyer die wichtigsten Regeln zusammen. Gleichzeitig wirbt der vhs-Geschäftsführer um Verständnis für die veränderten Bedingungen des Kursbetriebs. „Uns allen fehlen Nähe und persönlicher Austausch in den vhs-Außen- und Regionalstellen sowie in den Angeboten. Natürlich fehlt auch die Planungssicherheit, die hinter dem Infektionsschutz zurückstehen muss. Die Volkshochschule ist und bleibt eine regionale Bildungsstätte für Weiterbildung und Kultur, in der die Teilnehmenden voneinander lernen und sich als Teil einer Gemeinschaft verstehen, auch während und nach Corona“, betont Temmeyer.

04.12.2020: Magie oder Technik? – Die Magischen Forscherkisten der vhs stehen in den Bibliotheken zur Ausleihe bereit

Osnabrück. Die Welt um uns herum ist voller Wunder und Alltagsphänomene, die Kinder gerne erforschen. Wie ist es zum Beispiel möglich, dass uns manchmal die Haare zu Berge stehen und wie kommt es, dass der Saugnapf ohne Kleber klebt? Mit den Magischen Forscherkisten der Volkshochschule Osnabrücker Land (vhs) können Kinder im Grundschulalter den Tricks von Natur und Technik auf die Spur kommen.

Unter dem Motto „Magie oder Technik, finde es heraus!“ sind insgesamt sechs unterschiedliche Forscherkisten entstanden, mit denen Mädchen und Jungen anhand spannender Mitmach-Experimente Alltagsphänomene selbstständig entdecken und erforschen können. Die ersten der insgesamt 78 Forscherkisten wurden bereits Ende Oktober an die Bibliotheken im Landkreis und der Stadt Osnabrück verteilt. Dann kam der Teil-Lockdown und die Bibliotheken mussten für den Publikumsverkehr schließen. In der Zwischenzeit haben viele Büchereien im Landkreis einen Abhol- oder Lieferservice eingerichtet. In der Stadtbibliothek Melle, der Stadtbibliothek Georgsmarienhütte, der Bibliothek im Medienforum Bersenbrück, der Stadtbibliothek Osnabrück, der Samtgemeindebücherei Artland sowie der Bibliothek der IGS und Samtgemeinde Fürstenau sind die Magischen Forscherkisten jetzt verfügbar.

Kinder experimentieren gerne, gehen den Dingen auf den Grund und erforschen ihre Umwelt. Genau da setzen die Magischen Forscherkisten an: „Es ist wichtig, Mädchen und Jungen schon früh für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Die Magischen Forscherkisten integrieren das Forschen und Tüfteln in den Alltag der Kinder“, sagt Landrätin Anna Kebschull, die selbst Diplom-Chemikerin ist. Für die Kinder stehe der Spaß am Ausprobieren und Entdecken im Mittelpunkt, „in den Mitmach-Experimenten können sie einfach drauflos experimentieren. Dabei geht es nicht darum, alles richtig zu machen“, ergänzt Jörg Temmeyer, Geschäftsführer der vhs.
Jede der sechs Forscherkisten steht dabei unter dem Motto eines anderen Alltagsphänomens. Warum springt ein Ball oder was drückt mich im Karussell nach außen, sind zwei der insgesamt sechs Themen der Forscherkisten, die mit Unterstützung des Diplom-Physikers und Wissenschaftsentertainers Felix Homann konzipiert wurden. „Anhand einer anschaulichen Beschreibung der unterschiedlichen Versuche können die Kinder sowohl mit als auch ohne Unterstützung der Eltern zuhause auf Entdeckungsreise gehen und ihr Zuhause in ein Wissenschaftslabor verwandeln, in dem nach Herzenslust geforscht werden kann“, so Dr. Silvia Trienen, MINT-Koordinatorin der vhs.

Künftig können Schulen und Freizeiteinrichtungen die Magischen Forscherkisten in den Bibliotheken ausleihen und im Unterricht, in Projekten oder AGs mit den Kindern auf Entdeckungsreise gehen. Hierzu sind Fortbildungen für Lehrkräfte und Pädagogen zur Nutzung der Forscherkisten von der vhs geplant. Mehr Informationen bei Dr. Silvia Trienen: 0541 501-2722, silvia.trienen@vhs-osland.de.