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21. Dezember 2016 - Außerschulische Sprachförderung seit einem Jahr aktiv

Osnabrück/Melle. Dem Unterrichtsgespräch folgen und die Lerninhalte verstehen – ein erfolgreicher Schulbesuch kann nur gelingen, wenn die Schüler die Unterrichtssprache verstehen. Hier greift ein Angebot, das die Volkshochschule Osnabrücker Land (vhs) seit gut einem Jahr an Grund- und weiterführenden Schulen im Landkreis Osnabrück umsetzt. Kinder und Jugendliche, die innerhalb des vergangenen halben Jahres neu zugewandert sind, erhalten kostenlos außerschulische Sprachförderung für Deutsch als Zweitsprache (DaZ).

„Die Förderung kann in Kleingruppen mit bis zu 60 Unterrichtseinheiten (UE) oder als Einzelunterricht mit bis zu 36 UE durchgeführt werden“, beschreibt Anke Lehmann, Sprachkoordination für den Landkreis Osnabrück in Trägerschaft der vhs Osnabrücker Land, das Konzept. Finanziert wird die Förderung durch Mittel des Landkreises Osnabrück, so dass die Kurse für die Kinder und Jugendlichen in der Regel kostenlos sind. „Unsere Dozenten können sich in den kleinen Gruppen den einzelnen Schülern intensiv widmen. So geht das Lernen der deutschen Sprache leichter, als dies im regulären Schulunterricht möglich ist“, berichtet Sandra Thies, die bei der vhs Osnabrücker Land das Projekt betreut und die DaZ-Kurse organisiert.

Eine von 29 Kooperationsschulen ist die Grönenbergschule in Melle. Mit zwei Gruppen ist die Sprachförderung dort im Herbst 2015 gestartet. Mittlerweile sind vier vhs-Dozentinnen im Einsatz, die aktuell 21 Kinder in ihren Kursen betreuen. Schulleiter Andreas Wegesin ist sehr froh, dass die Kinder schnell Fortschritte machen. „Die neu zugewanderten Schüler kommen oft ohne Kenntnisse der deutschen Sprache zu uns. Sie profitieren von der Sprachförderung am Nachmittag, lernen schneller Deutsch und können sich unterhalten – mit Mitschülern und Lehrern. So wird die Grundvoraussetzung geschaffen, besser zurechtzukommen“, berichtet Wegesin. Natürlich finde auch im regulären Unterricht Sprachförderung statt, „das reicht aber nicht“, so Wegesin. Positiv sei zudem, dass die vhs die gesamte Förderung organisiere und die Schule lediglich die Kurszeiten absprechen müsse.

„Die Nachfrage gibt uns recht“, sind sich Lehmann und Thies einig, dass das Konzept greift. Auch die Zahlen sprechen für sich: Seit Herbst 2015 wurden über 150 Kurse mit knapp 540 Teilnahmen und über 5200 Unterrichtseinheiten durchgeführt. „Für das Jahr 2017 stehen ebenfalls Mittel für die Sprachförderung zur Verfügung“, betont Sandra Thies, die gerne weitere Fragen beantwortet (Telefon 0541 501-3483, E-Mail: sandra.thies@vhs-osland.de).

 

 

9. November 2016 - vhs-Projekt unterstützt Schüler an der Fürstenauer IGS

Lernförderung in der IGS Fürstenau: vhs-Dozent Henrik Ahrens-Westerlage (links), Schulleiter Jürgen Sander und Jahrgangsleiterin Claudia Schade im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern.

Fürstenau. Gezielte Betreuung in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathe und zwar an den Stellen, an denen Unterrichtsinhalte schwer zu vermitteln sind – das ist ein Ziel der Außerschulischen Lernförderung. Diese qualifizierte Nachhilfe bietet die Volkshochschule Osnabrücker Land (vhs) seit dem Sommer auch an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Fürstenau an. Im Anschluss an den regulären Unterricht oder in Freistunden ist vhs-Dozent Henrik Ahrens-Westerlage hier im Einsatz, um z.B. mit Zehntklässlern intensiv am Thema Wahrscheinlichkeitsrechnung zu arbeiten.

„Die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern macht viel Freude. Sie sind sehr motiviert und saugen die Inhalte fast wie ein Schwamm auf. Sie wünschen sich sogar noch mehr Betreuung. Denn sie sehen die Effekte, die die Lernförderung bringt. Der reguläre Unterricht wird einfacher“, berichtet Ahrens-Westerlage. Viele Teilnehmer in seinen Gruppen sind Schüler, die als Asylsuchende nach Fürstenau gekommen sind. „Manchmal müssen wir erst herausfinden, ob die Probleme mit dem Unterrichtsstoff mathematischer oder eher sprachlicher Natur sind“, erklärt der vhs-Kursleiter augenzwinkernd.

Die IGS Fürstenau ist eine von 62 Schulen im Landkreis Osnabrück, an denen die vhs Osnabrücker Land seit Anfang 2014 die „Außerschulische Lernförderung“ anbietet. Seither haben insgesamt über 500 Kurse mit rund 15.000 Unterrichtseinheiten stattgefunden. Über das Bildungs- und Teilhabepaket können Schüler aus Familien mit geringem Einkommen oder Sozialleistungsbezug kostenlos an der Lernförderung teilnehmen. Für Selbstzahler gilt ein günstiger Tarif. „Die Lernförderung trägt dazu bei, dass die Schüler vorhandene Lücken im Unterrichtsstoff schließen und wieder an die Leistung ihrer Lerngruppe anknüpfen können“, erläutert Sonja Reinhardt, Projektkoordinatorin für den nördlichen Landkreis. Dafür sei auch der enge Kontakt zwischen Schule und Lernförderkraft ein großer Vorteil.

Ergänzende Sprachförderung

Zusätzliche Förderung gibt es für neuzugewanderte Schüler bis 14 Jahre im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“. Der Unterricht ist für die Teilnehmer kostenlos und wird wie die Außerschulische Lernförderung in Kleingruppen direkt in den Schulen durchgeführt. „Bei uns gibt es kurze Wege, so dass wir bei Bedarf zeitnah an weiteren Grund- und weiterführenden Schulen sowohl Kurse für ‚Deutsch als Zweitsprache‘ als auch Kurse der Außerschulischen Lernförderung organisieren können“, betont Sandra Thies, die die ergänzende Sprachförderung betreut.

Intensive Förderung

An der IGS Fürstenau sind die Lehrkräfte mit dem Start der Lernförderung sehr zufrieden. „Uns war aufgefallen, dass es auch wegen der sprachlichen Schwierigkeiten schwer ist, die asylsuchenden Schülerinnen und Schüler in den Unterricht einzubinden“, sagt Claudia Schade, IGS-Jahrgangsleiterin und Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache. Die zusätzliche Förderung in der Kleingruppe sei „deutlich intensiver, als dies in einer Klasse mit 25 bis 30 Schülerinnen und Schülern möglich ist. Für die asylsuchenden Schüler ist es ein wichtiges Hilfsmittel, um die deutsche Sprache zu lernen und so besser im Unterricht zurechtzukommen“, berichtet Schade. Schulleiter Jürgen Sander ist froh, die Kompetenz der vhs-Dozenten nutzen zu können. „Bei uns gilt der Grundsatz, dass die IGS eine Schule für alle ist. Dank der Lernförderung können wir diesem Anspruch noch besser gerecht werden“, so Sander. Weitere Fragen zur Außerschulischen Lernförderung beantwortet Sonja Reinhardt (Telefon 05439/6039-308, E-Mail: sonja.reinhardt@vhs-osland.de). Ansprechpartnerin für das Angebot Ergänzende Sprachförderung Deutsch als Zweitsprache ist Sandra Thies (Telefon 0541/501-3483, E-Mail: sandra.thies@vhs-osland.de). Mehr Informationen finden Sie Opens internal link in new windowhier.

 

 

13. Mai 2016 - Fortbildung für Dozententeam der außerschulischen Lernförderung

Anhand einer Stationenarbeit mit ungewohnten Aufgaben – z.B. Schreiben mit der schwachen Hand – weckte die Fortbildung Verständnis für die Situation nicht-alphabetisierter Kinder.

Osnabrück. Das Thema „Alphabetisierung und Zweitschrifterwerb in allgemeinbildenden Schulen“ stand im Mittelpunkt einer Dozentenfortbildung, zu der die Volkshochschule Osnabrücker Land (vhs) die Lehrkräfte der außerschulischen Lernförderung für den Bereich Deutsch als Zweitsprache eingeladen hatte. Dozentin Anouk Teskrat definierte Analphabetismus und erläuterte Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb und den Spracherwerb.

Mit einer Stationenarbeit, bei der die Fortbildungsteilnehmer z.B. mit dicken Handschuhen eine geometrische Form ausschneiden, ein kleines Blatt Papier exakt falten oder mit der schwächeren Hand einen Satz aufschreiben sollten, demonstrierte Teskrat die Situation eines nicht-alphabetisierten Kindes. Diese Aufgaben seien ungewohnt, deswegen fielen sie schwer und dauerten länger, betonte die Dozentin. Weiterhin empfahl Teskrat themenbezogenen Lernangebote zu machen, die sich z.B. auf Alltagssituationen beziehen. Auch der Einsatz von Bildkarten oder Spielen sei sehr sinnvoll, berichtete die Diplom-Pädagogin und langjährige Dozentin aus eigener Erfahrung. Gerne angenommen wurde auch die Materialbörse, die während des gesamten Seminars zur Verfügung stand.

„Eine rundum gelungene Veranstaltung. Unsere Dozentinnen und Dozenten können die meisten Hinweise direkt im Unterricht umsetzen“, betonte Sandra Thies, Projektmitarbeiterin der außerschulischen Lernförderung Deutsch als Zweitsprache. Diese Einschätzung bestätigte Dozentin Diana Bakenecker, die neben den Inhalten der Fortbildung den Austausch mit anderen Lehrkäften lobte: „Das Feedback der anderen Teilnehmer über ihre Arbeit war sehr hilfreich, um noch gezielter und effektiver arbeiten zu können. Und es hat mich ermutigt, auch mal etwas anderes auszuprobieren.“

 

 

19. April 2016 - Das Lernen wieder leichter machen

Vor Ort informierte sich Landrat Michael Lübbersmann (rechts) über die „Außerschulische Lernförderung“ in einer Lerngruppe an der Regenbogenschule in Georgsmarienhütte. Die Arbeit des Projekts stellten (von links) vhs-Projektkoordinatorin Jana Kutkowski, Dozentin Diana Bakenecker und Ulla Marshall, Leiterin der Regenbogenschule, vor.

Georgsmarienhütte. Nina* hat gut lachen: Ihre Lehrerin ist stolz auf sie, weil die Zehnjährige sehr konzentriert im Matheunterricht mitarbeitet und fleißig die Hausaufgaben erledigt. Das war vor einem Jahr noch anders. Nina hatte Schwierigkeiten, dem Unterrichtsstoff zu folgen, weil verschiedene Grundlagen fehlten. Aber seit Februar 2015 nimmt die Schülerin der Regenbogenschule in Georgsmarienhütte an der außerschulischen Lernförderung teil und erhält Nachhilfe. Angeboten wird diese Unterstützung über das Projekt „Außerschulische Lernförderung“, das die Volkshochschule Osnabrücker Land (vhs) betreut. „Nina ist ein tolles Beispiel für unsere Arbeit. So wie ihr geht es vielen Kindern. Mit der Förderung durch unsere engagierten Dozentinnen und Dozenten fällt ihnen das Lernen wieder leichter und sie können sich Schritt für Schritt an das Niveau der Klasse annähern“, sagte Jana Kutkowski, Projektkoordinatorin für den südlichen Landkreis, bei einem Ortstermin in der Regenbogenschule.

„Wir freuen uns, dass unsere Schulsozialarbeiterin den Kontakt zur vhs geknüpft hat“, erklärte Ulla Marshall, Schulleiterin der Regenbogenschule. Die Lernförderung sei eine wertvolle Bereicherung des Ganztagsangebots neben der Hausaufgabenhilfe. „Da die Lernförderung bei uns vor Ort stattfindet, ist ein enger Austausch möglich und die Arbeit so noch erfolgreicher. Besonders das neue Angebot „DaZ“ ist für die Kinder, aber auch für den Unterricht eine enorme Hilfe“, fasste Marshall die Erfahrungen zusammen.

Auch Landrat Michael Lübbersmann lobte die Arbeit des Projekts. „Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche eine positive Bildungserfahrung machen. Vor allem angesichts der Herausforderungen, die durch die Themen Integration der Flüchtlinge und Inklusion auf die Schulen zukommen, bin ich froh, dass leistungsschwächere Schüler über das Projekt eine gezielte Förderung erhalten können“, sagte Lübbersmann. Deswegen sei die Erweiterung des Projekts auf den gesamten Landkreis nun der richtige Schritt. „Natürlich hoffe ich, dass wir überall im Osnabrücker Land so engagierte und motivierte Kräfte finden, wie sie hier an der Regenbogenschule im Einsatz sind“, betonte Lübbersmann.

Seit Anfang 2014 bietet das Projekt „Außerschulische Lernförderung“ an Grund- und weiterführenden Schulen Nachhilfe in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch an. Mit dem Jahresbeginn hat das Projekt sein Angebot erweitert und bietet für neuzugewanderte Schüler Förderung im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ an. Ansprechpartnerin ist Sandra Thies (Telefon 0541/501-3483, E-Mail: sandra.thies@vhs-osland.de). Zudem soll das Angebot auf mehr Schulen im Nordkreis ausgeweitet werden. Als Projektkoordinatorin für das nördliche Osnabrücker Land ist Sonja Reinhardt in Bersenbrück erreichbar (Telefon 05439/6039-308, E-Mail: sonja.reinhardt@vhs-osland.de), für den südlichen Landkreis ist Jana Kutkowski (Telefon 0541/501-3083, E-Mail: jana.kutkowski@vhs-osland.de) zuständig.

Die Lernförderung findet im Anschluss an den Regelunterricht statt. „Das Angebot trägt dazu bei, dass die Schüler wesentliche Lernziele erreichen und wieder an die Leistung ihrer Lerngruppe anknüpfen können“, erklärte Kutkowski. Ein großer Vorteil sei die enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Lernförderkraft. „Meist sind die Schüler aus einer Jahrgangsstufe, so dass die Gruppe gezielt an aktuellen Unterrichtsinhalten arbeiten oder auf Klassenarbeiten vorbereitet werden kann“, berichtete Kutkowski. Über das Bildungs- und Teilhabepaket können Schüler aus Familien mit geringem Einkommen oder Sozialleitungsbezug kostenlos an der Lernförderung teilnehmen. Für Selbstzahler ist eine kostengünstige Teilnahme möglich. „Da die vhs eng mit den Schulen zusammenarbeitet, erreichen wir auch Schüler, deren Eltern nicht die Initiative ergreifen und ein Nachhilfeinstitut aufsuchen würden“, so Kutkowski.

* Name der Schülerin geändert.

 

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